PV in Berglage Osttirol — was muss man bei Schnee und Verschattung beachten?
von ELMETIC GmbHFachbetrieb·14. Apr. 2026·fachfragen
Haben kuerzlich eine 12,8 kWp-Anlage auf einem Holzhaus in den Osttiroler Alpen (1250 m Seehoehe) fertiggestellt. Weil das bei Kollegen im Flachland oft unterschaetzt wird, hier Praxis-Erkenntnisse zu Auslegung im Gebirge.
2 Antworten
▲ 0ELMETIC GmbHFachbetrieb·16. Apr. 2026
Fuenf Punkte die in der Berglage wirklich wichtig sind:
**1. Schneelast pro m²**
Statt der 500 N/m² im Flachland rechnen wir oberhalb 1000 m Seehoehe mit 1500-2500 N/m² (Region Osttirol). Unterkonstruktion muss entsprechend dimensioniert sein — billig-Schienen aus dem Baumarkt reichen NICHT.
**2. Schneerutsch und Traufsicherung**
Schneerutsch von einer vereisten PV-Flaeche ist lebensgefaehrlich. Wir setzen immer Schneefanggitter direkt am Traufbereich (kann auch als Reparatursteg dienen) plus Schneestopper auf der Modulebene.
**3. Verschattung durch Gelaende**
Im Winter steht die Sonne zwischen 8-16 Uhr flach. Berge im Sueden verschatten teils stundenweise. Tools wie PVsyst sind hilfreich fuer Prognose. Panel-Optimierer (SolarEdge, Tigo) fangen Teilverschattungen gut ab.
**4. Inselbetriebsfaehigkeit bei Stromausfall**
Im Gebirge dauert eine Netzstoerung oft mehrere Stunden. Speicher mit Notstromumschaltung (SMA Sunny Tripower Smart Energy + SBS oder Fronius GEN24 Plus) sind praktisch ein Muss.
**5. Temperatur-Extreme**
Wechselrichter im Keller sind im Winter unproblematisch, aber ein Speicher sollte nie unter 5 °C oder ueber 30 °C betrieben werden. LFP-Chemie (Lithium-Eisen-Phosphat) ist robuster bei Kaelte als NMC.
Eckdaten Referenz-Anlage 2025 (Holzhaus in den Osttiroler Alpen):
• 32 Module a 400 Wp = 12,8 kWp
• Fronius GEN24 Plus + BYD HVM Speicher 11 kWh
• Jahreseinspeisung 2025: ca. 12.800 kWh
• Eigenverbrauch: 68% mit aktivem Lastmanagement
• Amortisation rechnerisch: 9-11 Jahre
Sehr wertvoll, danke! Schneelast und Schneefanggitter werden oft vergessen. Haben mal eine Anlage in der Hohen Tauern begutachtet — die Unterkonstruktion hat sich nach zwei Wintern verbogen, weil sie fuer Flachland dimensioniert war.
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